5 hilfreiche Tipps, wie du dem Burnout vorbeugen und entkommen kannst – Gastartikel von Marion Scheuven-Stark

Burnout ist ein großes Thema. Deswegen war es mir ein Anliegen, auch diesem Thema innerhalb der Artikelserie "dein bestes Jahr" Raum zu geben. Dafür habe ich mir Marion Scheuven-Stark ins Boot geholt.

Sie zeigt dir, aus welchen Gründen wir in ein Burnout schlittern können und was du konkret tun kannst, um dem vorzubeugen.

Ich wünsche dir viele Erkenntnisse und Idee, die du umsetzen kannst. Viel Freude mit dem Artikel:

 

Burnout- die totale Erschöpfung von Körper, Geist und Seele

Eine Attacke gegen uns selbst?

Jeder Mensch weiß doch, dass Burnout mit einem hohen, nicht mehr zu bewältigten Arbeitspensum und einer deutlichen Überlastung zusammenhängt!

Wir werden doch ständig optimiert, beruflich und privat. Dabei scheint uns die enorme Informationsflut zu überrollen. Jeden Tag neue Newsletter und Tipps, wie wir unser Leben noch mehr optimieren können nach dem Motto: immer schneller, immer höher, immer weiter!

Und wer nicht Schritt halten kann, muss um seinen Job fürchten. Aber nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch auf der privaten Ebene wird der Druck immer größer: wir sollen perfekt sein, die perfekte Mutter, die neben ihrem Beruf und Kindererziehung noch den Haushalt bewältigt, die Finanzen regelt, die Kinder zum Sportverein fährt, für die Schule Kuchen backt und an Bastelnachmittagen teilnimmt.

Der Vater, der neben seinem Job am Häusle baut und in der knappen Freizeit mit seinem Sohn auf dem Fußballplatz zu finden ist, denn schließlich ist er ja der Trainer und Vereinsvorsitzender. Da wird verlangt, dass er anwesend ist.

Auch unsere Kinder werden nicht mehr verschont, leiden schon unter Leistungsdruck in der Schule, fühlen sich oft überfordert, schaffen das Tagespensum mit all seinen Herausforderungen kaum noch und haben oft auch zu Hause keine Rückzugsmöglichkeiten mehr, weil Sport- oder Musikverein, bzw. Nachhilfeunterricht-- das letzte bisschen Zeit, die „Kind“ für sich selbst so dringend bräuchte-- noch untergraben.

Was passiert denn da?
Und warum passiert das nicht jedem?

Es stimmt schon: Burnout betrifft häufig Personen, die sich sehr stark für eine Sache engagieren und eine große Portion Idealismus mitbringen- eben genau die, die für eine Sache „brennen“. Und das kann durchaus auf beruflicher und privater Ebene der Fall sein.

Meist sind wir auch noch stolz darauf, alles im Griff zu haben. Wenn wir einen gewissen Status erst einmal erreicht haben, wollen wir ihn ja auch nicht so schnell verlieren!

Wir merken irgendwann nicht mehr, dass unsere Gefühlswelt langsam abstirbt, wir uns selbst nicht mehr wahrnehmen und unsere Lösungsmöglichkeiten (und da gibt’s reichlich von) sich immer mehr einschränken. Wir funktionieren nur noch.

Aber was verursacht denn wirklich unseren Stress?

Läuft da vielleicht etwas auf unserer unbewussten Ebene ab?
Ist irgendwas in unserem Leben nicht stimmig?
Reagieren wir deshalb vielleicht enttäuscht und geraten unter Druck?

  1. Ich habe eine bestimmte Vorstellung von meiner Arbeit und meinem Leben. Kann ich diese Vorstellung nicht leben, macht sich Unzufriedenheit und Widerstand breit.
  2. Ich habe das Gefühl, dass ich die unbefriedigende Situation weder verändern noch verlassen kann.
  3. Ich habe nur noch die Motivation, weg von dieser Situation zu kommen, sehe aber keine Lösungsmöglichkeiten mehr.

Stagnieren wir also an einer Stelle, die uns dauerhaft nicht gut tut (das merken wir daran, dass sich unsere Gedanken immer wieder im Kreis drehen), erkranken wir an Körper und Seele!

Was passiert gerade?

  • Du versuchst, mit dem dir bekannten Wissen (Ressourcen) noch mehr zu erreichen als bisher.

Anders gesagt:  dein Geist ist in einer Box gefangen. In dieser Box ist dein gesamtes Wissen und deine Lösungsstrategien gesammelt. Du hast dich darauf geeinigt, was du kann und was du nicht kannst. Also versuchst du, mit dem Wissen, dass du hast, dein Gehirn noch weiter auszuquetschen wie eine Zitrone.

Schauen wir uns mal die berufliche Situation an: Das einzige, was dir einfällt, ist:
dieselbe Arbeit auf die gleiche Weise zu schaffen und dir die zusätzliche Arbeit noch obendrauf zu laden, dies alles natürlich in derselben Zeit. Also arbeitest du noch schneller, verzichtest auf deine Pausen, vergisst, die Toilette aufzusuchen, hast dich wieder zu Überstunden breitschlagen lassen, etc.

Immer häufiger passieren dir Fehler und du brauchst immer länger, um sie auszumerzen.

Deine Synapsen im Gehirn suchen verzweifelt innerhalb deiner Ressourcen nach einer Lösung und drehen sich im Kreis bis zur völligen Erschöpfung.

Vorübergehenden Stress kann ein gesunder Mensch gut mal aushalten. Aber auf Dauer wird dein System überlastet.

 

WAS KÖNNEN WIR ALSO T U N?

Symbolische gesehen, lassen uns Lebenskrisen wissen, dass wir uns von Überzeugungen losreißen müssen, die nicht länger unserer persönlichen Entwicklung dienen.

 

Tipp 1: Klarheit 

Um einem Burnout auf die Schliche zu kommen, muss ich meine Probleme erst mal anerkennen und nicht verdrängen. Anerkennen und akzeptieren, dass Probleme da sind, sie sich bewusst machen und  sie annehmen als ein Teil von mir! Und das ohne Wertung! (gerne schriftlich)

Denn: Nur, was ich bewusst in seiner Existenz anerkenne, beginnt ganz natürlich, nur aus sich selbst heraus, sich zu verändern! Dazu gehören auch alle Gefühle wie Wut, Ärger, Unsicherheit, Schuld, Schmerz, Trauer etc.

Das alleine tut unendlich gut, weil es den inneren Widerstand auflöst. Es darf sein!

 

Tipp 2 : Lebenskonzept erstellen (wunderschönes ansprechendes Buch (Kladde) kaufen)

  • Wie will ich leben?
  • Wo sehe ich mich?        (nicht, was ich nicht will)

Phantasiere dir ein wunderschönes Lebenskonzept zusammen, ungeachtet, ob es für dich möglich erscheint oder nicht. (wenn möglich, lasse dieses Kopfkino täglich oder bei jeder Gelegenheit ablaufen)

Das „Anschalten“ dieses Kopfkinos fühlt sich bald so an, als wenn du die Sonne anknipst.)

 

Tipp 3:  Was sind meine Werte? 

Z.B. Sicherheit, Unabhängigkeit, Ehrgeiz, Toleranz (was bedeutet das für mich?)

Durch den Vergleich meiner jetzigen Situation und meinem Lebenskonzept, werden meine Werte meist schon ersichtlich. (ansonsten findest du gute Wertelisten im Internet, die du nach dem Ausschlussprinzip bearbeiten kannst.) Lass dich dabei von deinem Gefühl leiten.

Das Wissen um deine Werte gibt dir eine enorme Portion Selbstwertgefühl und gibt dir Wurzeln.

 

Tipp 4: Selbstwirksam sein (was heißt das?)

Selbstwirksamkeit heißt: wir haben Vertrauen auf unseren Verstand, dass wir in der Lage sind, die Herausforderungen unseres Lebens meistern zu können. Wir haben Vertrauen zu unseren Kenntnissen und Fertigkeiten, zu unseren inneren Prozessen, die unser Handeln bestimmen. Wir verteidigen unsere Werte und leben danach. Wir überlassen uns nicht der Hilflosigkeit in unbefriedigenden Situationen, sondern äußern unsere Bedürfnisse in voller Klarheit und Deutlichkeit.

Wir stehen ab sofort für unsere Werte ein, auch wenn es anderen nicht gefällt! (Wenn du anfangs Gegenwind bekommst, weißt du, dass du alles richtig gemacht hast, es bedeutet nichts anderes, als das andere erst den Frosch schlucken müssen, dass du nicht mehr zur Verfügung stehst.)

Wir werden mit einem Gefühl der Befreiung und des Glücks belohnt!

 

Tipp 5: Feuerlöscher

Was können wir tun, wenn wir unsere aktuelle Situation momentan nicht verändern können?

 

  1. Psychohygiene (Schließen offener Kreisläufe (Loops)

Wenn wir uns abends 20 min. gönnen, wo wir uns zurückziehen und unsere Gedanken fließen lassen, fallen uns Arbeitsvorgänge ein, die noch nicht abgeschlossen sind. Diese binden viel Energie, weil sie noch nicht erledigt sind. Also schreiben wir sie auf, oder erledigen sie sofort, wenn der Vorgang nicht länger als 3 min. dauert.

Morgens: positiv einstimmen: heute wird ein guter Tag, ich meistere die Situationen ruhig und gelassen. Ich setze mich imaginär auf die Gardinenstange und beobachte, was läuft. (Dadurch nehme ich in schwierigen Situationen meine Emotionen raus und kann sie objektiv betrachten.) Vielleicht mache ich dann für die igelige Kollegin und mich einen Kaffee und wir reden mal!

 

  1. Stilleminuten

Es macht keinen Sinn, den ganzen Tag durch zu powern und abends erschlagen auf der Couch zu liegen.

Besser: mehrmals täglich den Stress durchbrechen, durchatmen, evtl. kurz frische Luft tanken, im Hier und Jetzt ankommen. (Wechselwirkung von Ruhe und Stress).

 

  1. Bewusste Ernährung (alles voran eine Entsäuerung/Entgiftung)

Die Ernährung hat einen enormen Einfluss auf unseren Stresspegel) Wenn wir im Dauerstress sind, schüttet unser Körper vermehrt Cortisol aus und es entstehen Fress-Attacken etc. Denn gerade in Stresszeiten verbraucht unser Körper mehr Vitalstoffe, vor allem die Vitamine B1 und B6. Wenn wir jetzt zu Süßigkeiten greifen, kommt es zu einem noch größeren Mangel, da auch Zucker die B-Vitamine zu seiner Verarbeitung im Körper verbraucht. Zusätzlich konsumierter Kaffee (schüttet noch mehr Stresshormone aus) und Fastfood (null Vitalstoffe) tun ihr Übriges dazu.

 

  1. Sonstige Strategien
  • Sport, der Spaß macht (3 x wöchentl. ½ Std. schwitzen wirkt Wunder) Tanzen, Karate
  • gezielte Entspannung (Meditation, Yoga, Spaziergang, Zeichnen, Poesie, plastische Arbeiten Mandalas,
  • Jeden Tag mind. 3 Dinge (materiell oder geistig) aus unserem Leben verbannen, die uns nicht gut tun!
  • Der Austausch mit anderen ( dient unglaublich der Ressourcenerweiterung)

 

Wir können uns  jeden Tag neu entscheiden, wie wir mit Herausforderungen des Lebens umgehen wollen. Ganz entscheidend ist dabei das Wissen um die Phasen der Veränderung in persönlichen Krisen. Diese Phasen erleben alle Menschen auf der Welt, wenn es in ihrem Leben ruckelt.

Gerne biete ich Unterstützung an, wenn ihr vielleicht schon Burnout gefährdet seid. Besucht mich einfach auf meiner Facebookseite .

Passt auf euch auf!

Eure Marion

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Wie hat dir Marions Artikel gefallen?

Welche Impulse sind für dich besonders wertvoll?

Und was möchtest du umsetzen?

Marion ist übrigens meine Mutter. Durch sie wurde mir das Interesse an Psychologie, Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung, Coaching, etc. in die Wiege gelegt. 😉

Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

8 Gedanken zu “5 hilfreiche Tipps, wie du dem Burnout vorbeugen und entkommen kannst – Gastartikel von Marion Scheuven-Stark

  1. Corinna Ditges

    Liebe Marion! Dein Artikel hat mir echt super gefallen. Am besten hat mir deine locker flockige Wortwahl gefallen. Dadurch ist der Artikel für mich interessant und 100% authentisch geschrieben. Vielen Dank für die Tipps, um einem Burnout vor zu beugen!

    Antwort
  2. Corinna Ditges

    Liebe Marion! Dein Artikel hat mir echt super gefallen. Am besten hat mir deine locker flockige Wortwahl gefallen. Dadurch ist der Artikel für mich interessant und 100% authentisch geschrieben. Vielen Dank für die Informationen und die Tipps zur Vorbeugung!

    Antwort
    1. Marion

      liebe Corinna,
      ja, es ist ein Thema, was mich sehr bewegt.
      Leider gibt es so viele Betroffene und ich mag nicht zuschauen, wie bei so vielen engagierten Menschen die Lebensfreude verschwindet.

      Danke für dein Feedback und lasst uns genau hinhören, denn es gibt auch viele Kollegen, Freunde, Nachbarn oder Familienangehörige, die betroffen sind.

      lg, Marion

      Antwort
  3. Guten Tag,

    der Artikel ist sehr gut. Marion weiß wovon sie spricht, das hebt den Artikel von reinen Sachartikeln ab. Die Impulse sind sehr wertvoll und klug ist es diese schon vor dem Burn-out zu befolgen. Sehr gut finde ich das auch die Ernährung mit einbezogen ist, denn die spielt eine wesentliche Rolle auch im Stress empfinden. Das ist leider nicht landläufig bekannt.
    Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit,
    liebe Grüße
    Anita Draken

    Antwort
    1. Marion

      Liebe Anita,
      ich freu mich riesig über deinen Kommentar.
      Bei dir im Hainbuchenhaus habe ich damals meinen ersten Vortrag über dieses Thema gehalten und du weißt, wie wichtig mir es ist, so viel Menschen wie möglich darüber zu sensibilisieren.

      Danke für dein ehrliches Feedback,
      lg., Marion

      Antwort
  4. Hubert Scheuven

    Liebe Marion,

    Es ist mir selber passiert dass ich in die Falle des Burn-outs gefangen wurde. Du weißt worüber du schreibst, und ich weiß dass du viele Menschen helfen kannst mit deinen 5 Tipps.

    Antwort
  5. Super verständlich und lebendig geschrieben! Tolle Tipps, die leicht in den Tag einzubauen sind...
    besonders hat mir der Punkt "jeden Tag drei beschwerende Dinge aus dem Leben verbannen" gefallen👍😊
    Danke dafür! Damit fange ich sofort an... einfach nur so😊
    Liebe Grüße
    Dia

    Antwort
  6. Antje Vonserheide

    Eine ausführliche Beschreibung mit wertvollen Tipps und mit einem ganzheitlichen Ansatz! Danke!

    Antwort

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