Die Mär von Multitasking – Gastbeitrag von Daniela Koppensteiner von „Calmony“

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Heute möchte ich dir Daniela von "Calmony" vorstellen.

Daniela ist  Dipl. Entspannungstrainerin und sie weiß genau, wie wir wieder mehr Leichtigkeit spüren können.

Dabei gab eine Zeit in ihrem Leben, in der sie ganz heftig mit einer Menge Stress konfrontiert wurde. Heute erzählt sie ein wenig von dieser Zeit und zeigt dir, wie schnell man in die Stress-Falle hinein schlittern kann.

Außerdem bekommst du konkrete Tipps, wie du "Schluss machen" kannst.

"Schluss machen" mit Multitasking. Schluss mit Stress, Überlastung und Erschöpfung.

Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen und besuche anschließend unbedingt ihren Blog. Allein ihr Blogdesign wirkt entspannend und leicht. Eine Wohltat.

Aber jetzt erstmal LESEN. 🙂

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Gastbeitrag von Daniela Koppensteiner

Wir leben in einer Zeit wo alles möglich scheint. Mit Hilfe des Internets sind wir rund um die Uhr mit der ganzen Welt verbunden. Das Handy erlaubt es uns immer erreichbar zu sein und mit dem Smartphone entgeht uns ohnehin nichts mehr. Drucker können nicht nur drucken, sondern auch kopieren, scannen und faxen. Kaffeemaschinen machen nicht mehr nur Kaffee, sondern auch Tee und heiße Schokolade. Bei Amazon lässt sich alles bestellen, was das Herz gerade begehrt – 24 Stunden täglich. Heute bestellt und morgen bereits geliefert. Und im Supermarkt bekommen wir auch im Winter Erdbeeren und Melonen.

Praktisch, oder?

Nützlich ist das schon, aber alle diese Annehmlichkeiten haben unser Leben nicht nur bequemer, sondern auch schneller gemacht. Und das geht natürlich auch an uns nicht spurlos vorüber. Wir passen uns dieser Schnelllebigkeit an und versuchen mit dieser rasanten Welt Schritt zu halten.

Einen Geschäftsbrief schreiben und gleichzeitig die Fragen der Kollegin beantworten? Kein Problem. Telefonieren und nebenher E-Mails beantworten. Ja klar, das geht. Überlegen was am Abend gekocht wird, gleichzeitig einkaufen, während man dem Chef noch ein paar Fragen am Telefon beantwortet und mit den Gedanken schon bei den Kindern, die noch vom Kindergarten abgeholt werden müssen – kein Thema.

Dazwischen immer das Smartphone im Blick, ein rascher Check der Nachrichten, ein kurzer Ausflug auf Facebook oder noch schnell das eine oder andere Foto auf Instagram liken.

 

Wir sind keine Maschinen!

Scheint alles normal zu sein, machen ja alle so. Multitasking – das haben wir im kleinen Finger. Und Pausen zwischendurch? Brauchen wir nicht! Meinen wir zumindest. Am Abend fallen wir dann erschöpft aufs Sofa und schaffen gerade noch die Berieselung des Hauptabend-Programms.

Wusstest du, dass der Begriff „Multitasking“ 
aus der Informationstechnologie kommt? 
Es bedeutet, dass ein EDV-System mehrere Aufgaben 
parallel bewältigt.

Tja, wir sind aber nun mal keine Computer und unser Gehirn ist, trotz aller Anpassung, nicht dafür gemacht, mehrere Aktivitäten gleichzeitig zu bewältigen. Auch nicht, wenn wir „nur“ am Schreibtisch sitzen – dem Hirn sind auch hier zwei Aufgaben auf einmal zu viel.

Wir meinen immer schneller funktionieren zu müssen, um mit unserer Umwelt mithalten zu können. Doch das ist ein Irrglaube und führt im besten Fall „nur“ zur Erschöpfung – im schlimmsten Fall kann es bis zum Burn-out führen. Multitasking kostet uns mehr Zeit, als wir damit einsparen. Springen wir ständig zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her, dann müssen wir uns jedes Mal wieder auf den aktuellsten Stand der Dinge bringen. Das bedeutet, dass der Aufwand im Endeffekt höher ist und wir tatsächlich länger brauchen. Selbst Unterbrechungen durch Kollegen, soziale Medien oder Telefonate kosten Zeit und erhöhen die Fehleranfälligkeit.

Laufend kommen natürlich neue Aufgaben hinzu. Das vermittelt uns das Gefühl, dass wir jetzt noch mehr Arbeit zu bewältigen haben und noch schneller arbeiten müssen. Wir fangen an zu hetzen, versuchen mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen und fühlen uns dabei gestresst und angespannt. Das Schlimme daran ist: Je mehr wir uns beeilen, desto mehr Arbeit landet auf unserem Tisch. Irgendwann fühlen wir uns nur noch wie ein Hamster im Hamsterrad.

 

Hektik auch im Privatleben

Sehr oft wird diese Ruhelosigkeit auch ins Privatleben mitgenommen. Noch schnell einkaufen gehen, noch schnell putzen, noch schnell laufen gehen, noch schnell den Urlaub buchen, noch schnell rausgehen und die Sonne genießen, noch schnell Fotos machen und auf Instagram teilen, dann schnell heim hetzen und schnell kochen, damit wir früh genug ins Bett kommen.

Am nächsten Morgen müssen wir dann früher aufstehen, um früher im Büro zu sein, um den Arbeitsberg bewältigen zu können. Alles schnell – alles sofort. Und auch von unserem Gegenüber erwarten wir das. Schlange im Supermarkt an der Kasse? Geht gar nicht! Der Typ vor uns geht viel zu langsam! Warum kapiert das die Kollegin nicht schneller? Wir verlieren ganz rasch die Geduld, wenn etwas nicht sofort ratz-fatz funktioniert.

Erkennst du dich hier vielleicht wieder? Wie geht es dir damit? Wäre es nicht angenehmer sich nicht permanent von Stress angetrieben zu fühlen? Einen Schritt zurückzugehen und einmal STOP zu sagen?

Ich weiß wovon ich spreche, 
denn ich war die absolute Meisterin des Multitasking!

Verschiedene Dinge gleichzeitig zu machen, war überhaupt kein Problem. Extrem schnell meine Aufgaben abzuarbeiten? Darin war ich die absolute Königin. Und eine Perfektionistin, die es allen recht machen wollte, noch dazu. Ich fand da auch gar nichts dabei. Ganz im Gegenteil: Ich war stolz darauf, so eine fleißige und super schnelle Arbeitsbiene zu sein, die alles perfekt erledigte und auf die sich alle verlassen konnten. Doch je schneller ich arbeitete, desto schneller hatte ich neue Aufträge am Tisch. Man war es ja gewohnt, dass ich extrem schnell und zuverlässig arbeitete. Und irgendwann setzte man das auch voraus.

Ein neues Projekt? Das brauchte man mir nur umzuhängen, schließlich hatte ich noch nie Nein zu einer Arbeit gesagt! Pausen habe ich keine gemacht, ich war ja in meinem Element, denn mein Job machte mir Spaß. Gearbeitet wurde auch nach Büroschluss und am Wochenende. Das machten schließlich alle anderen auch so. War ja normal. Doch irgendwann war auch ich im Hamsterrad gefangen und mir war alles zu viel. Bis ich das allerdings erkannt hatte, war es fast schon zu spät und ich stand kurz vorm Burn-out.

Lass es gar nicht erst so weit kommen. Schau rechtzeitig auf dich und deine Bedürfnisse.

 

Multitasking muss nicht sein

Fang klein an und sei geduldig mit dir. Eine Gewohnheit (Hektik), lässt sich nicht so schnell durch eine ganz andere (Ruhe) ersetzen. Aber auch kleine Schritte und Verhaltensänderungen in Richtung „Multitasking muss nicht sein“ führen zum Ziel und bedeuten weniger Stress für dich. Hab Geduld mit dir und bring mehr Struktur in deinen Arbeits- und Tagesablauf. Bearbeite eine Aufgabe nach der anderen und verabschiede dich von deinem inneren Antreiber „Mach es schnell und sofort!“.

Wie du deinen inneren Antreiber austricksen kannst und wieder in einen entspannteren Alltag zurückfindest, erfährst du im Artikel: Schluss mit Multitasking auf meinem Blog. Hier gebe ich dir ganz konkrete Tipps, wie du der Multitasking-Falle entkommen bzw. sie früher erkennen kannst.

Also, geb gut auf dich acht und befreie dich von dem Gedanken, alle immer sofort und gleichzeitig machen zu müssen.

Deine Daniela.

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Über Daniela:

Daniela konzentriert sich auf die schönsten Seiten des Lebens und findet diese auch in den kleinen und stillen Momenten. Mit weitem Herzen und offenem Blick lebt es sich viel leichter, wie sie findet und genießt auf ihrem Weg lieber die wunderbaren Augenblicke. Als Dipl. Entspannungstrainerin und Dipl. Burn-Out-Prophylaxe-Trainerin, die außerdem noch einen Full-Time-Job im Marketingbereich ausübt, weiß sie genau worauf es ankommt, um in der richtigen Balance zu bleiben. Auf ihrem Blog www.calmony.at  geht es darum, wieder mehr Leichtigkeit in den Alltag zu bekommen. Mit Beiträgen rund um Entspannung, Achtsamkeit und Lebensfreude, zeigt sie dass man immer eine Wahl hat und es Lösungen aus dem Stress gibt.

Ich (Sabine) finde ja, dass Daniela ein ganz wichtiges Thema anspricht und ich finde es toll, dass sie Menschen dafür sensibilisiert, wie wichtig Entspannung, Balance und Leichtigkeit ist.

Schreibe uns doch bitte hier in die Kommentare, ob dir die ein oder andere Aussage von Daniela bekannt vor kommt. Bist du auch oft im Stress? Versuchst du auch oft, alles gleichzeitig zu erledigen?

Wir freuen uns auf deine Zeilen. Bis gleich.

Deine Sabine mit Daniela ♥

2 Gedanken zu “Die Mär von Multitasking – Gastbeitrag von Daniela Koppensteiner von „Calmony“

  1. Oh wie ich das kenne, liebe Daniela und liebe Sabine,

    das habe ich auch bis zur Perfektion getrieben. Ich hatte gefühlte tausend verschiedene Projekte gleichzeitig am Start. Doch dadurch kam ich dann in den Burnout und garnichts mehr lief.

    Seit ich schön ein Ding nach dem anderen mache, komme ich wirklich viel schneller vorwärts. Ich kann also auch aus eigener Erfahrung dazu raten, wirklich nicht alles auf einmal machen zu wollen. Es funktioniert einfach nicht.
    Herzliche Grüße
    Barbara

    Antwort
    1. Danke für deinen Erfahrungsbericht, liebe Barbara.

      Ich kenne das auch sehr gut. Auch wenn man selbstständig ist, tappt man in diese Falle. (Oder gerade dann?).
      Man hat Ideen ohne Ende, will alles irgendwie gleichzeitig umsetzen, aber das klappt natürlich nicht. Was bleibt, ist ein Gefühl der Überforderung.

      Deswegen finde ich das Thema, das Daniela uns näher bringen möchte, auch so so wertvoll.

      LG, Sabine

      Antwort

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