Warum ich heute dankbar für meine Krankheit bin – Gastbeitrag von Petra Hörnes

Als ich Petra in der Online-Welt begegnet bin und ich ihre Webseite besuchte, war ich sofort absolut begeistert. „Solche Frauen wie Petra braucht die Welt", dachte ich. Und deswegen lud ich sie ein, einen Gastbeitrag für "Wir machen Glück" zu schreiben.

Und ich bin froh, dass sie zugestimmt hat, denn was sie zu erzählen hat, finde ich so wertvoll und hilfreich für viele, viele Menschen da draußen.

Petra hat VERANTWORTUNG übernommen. Sie hat ihre Schöpferkraft aktiviert und die Zügel wieder selbst in die Hand genommen. 

Ehrlich, ich bewundere solche Menschen wie Petra. Denn, und jetzt bin ich nochmal ganz ganz ehrlich, mir begegnen soooooo viele Menschen, die lieber in ihrer Opferrolle bleiben, anstatt das eigene Leben selbst zu kreieren.

Ja, es ist zugegebenermaßen nicht immer der einfachste Weg, selbst wieder zum Schöpfer des eigenen Lebens zu werden. Es ist herausfordernd und lockt aus der Komfortzone raus. Das kann durchaus mit Anstrengung verbunden sein. Aber es lohnt sich; doppelt und dreifach.

Lies, wie Petra eine schlimme Krise gemeistert hat und lass dich inspirieren.

Viel Freude mit ihrem Artikel.

___________________________________________________________________

Gastbeitrag von Petra Hörnes

Warum ich heute dankbar für meine Krankheit bin

Noch vor drei Jahren führte ich in vielen Bereichen ein völlig anderes Leben als heute. Ich hetzte durch meinen Tag und meinen Job. Ich versuchte, es immer allen recht zu machen und konnte schlecht NEIN sagen. Mein Büro und mein Herz standen für jeden offen, der Sorgen oder Probleme hatte. Ganz nach dem Motto „deine Sorgen sind auch meine Sorgen“. Wie es mir dabei ging, war nebensächlich.

Ich war so sehr damit beschäftigt, mich um meinen Job und „die anderen“ zu kümmern, dass ich mich dabei völlig vergessen hatte.

Lange Zeit merkte ich gar nicht, wie mich das alles auslaugte und mir meine Kraft nahm. Vielleicht wollte ich es aber auch nicht wahr haben. Denn das hätte Veränderung bedeutet. Und genau hierzu fehlte mir der Mut und die Kraft.

Über die Jahre habe ich verlernt, so zu leben, 
wie ich es tief in mir fühlte, 
hatte verlernt zu sagen was ich denke 
und verlernt, gut für mich zu sorgen.

 

Die Signale des Körpers deuten

Mein Körper schickte erste Warnhinweise. Ich fühlte mich ständig krank und ausgelaugt und selbst nach 10 Stunden Schlaf war ich müde und antriebslos. Hinzu kam, dass ich mich in den dunklen Wintermonaten traurig und leer fühlte. Es gab Wochen, da war ich so erschöpft, dass ich schon mittags nach der Arbeit auf der Couch lag und einfach nur noch schlafen wollte.

Zu dieser Zeit war ich noch nicht in der Lage all diese Zeichen zu deuten. Und so überlies ich  DAS meinen Ärzten. Die Arztbesuche und Untersuchungen häuften sich, brachten aber kein richtiges Ergebnis. Der Befund war bei allen Ärzten gleich: Ich war gesund – organisch jedenfalls. Es fielen aber Begriffe wie Stress und Burnout. Davon wollte ich nichts wissen. Ich und Stress? Wo sollte ich denn Stress haben? Burnout? Ja klar, plötzlich hat jeder Burnout und ich jetzt auch? Völliger Unsinn.

Im Sommer 2013 zeigte mir das Leben dann endgültig die rote Karte nach dem Motto „wer nicht hören will muss fühlen“ und ich machte Bekanntschaft mit meiner ersten Panikattacke. BÄÄÄÄM. Diese Gefühle waren so unglaublich heftig und jagten mir und meiner Familie eine riese Angst ein.

Und diese Angst sollte bleiben und wurde von nun an Teil meines (unseres) Lebens. Die Diagnose „Angststörung“ war für mich ein absoluter Albtraum und es begann ein langer und harter Weg. Aber wenn ich heute zurück blicke, hat sich jeder Schritt gelohnt und ich bin sogar aus tiefstem Herzen dankbar für das, was mir passiert ist.

Denn ich habe meine Krankheit als WUNDERbare Chance genutzt und viele meiner Lebensbereiche überprüft und hinterfragt. Ganz offen, ganz ehrlich.

 

Was ich verändert habe, sodass es mir heute wieder besser geht

 1. Eigene Gefühle und Herzenswünsche wahrnehmen

Ich stellte fest, dass ich mich über die Jahre von meinen Gefühlen und Herzenswünschen entfernt hatte. Meine Träume und Sehnsüchte gingen im Alltag verloren. Es war also an der Zeit, all das wieder in mein Leben zu holen.

Und so habe ich angefangen meine Träume bewusst wahrzunehmen. Einer meiner Herzenswünsche war (ist) mein Blog, der mit all meinem Mut und meiner Liebe gefüllt ist.

Einige andere Träume teile ich mit meinem Mann und es ist etwas ganz besonderes, diese mit ihm zusammen “leben“ zu dürfen.

 

2. Spiritualität

Für mich bedeutet das, dem Fluss des Lebens zu vertrauen, nach meiner Intuition und meinem Gefühl zu handeln, mit mir selbst in Verbindung zu stehen und mit der Natur in Einklang zu leben. Für meine seelische Gesundheit war es wichtig, meiner spirituellen Seite wieder ihren Raum zu geben. Heute ist es für mich ganz selbstverständlich meine Sorgen ans Universum abzugeben, dort um einen Rat zu fragen und darauf zu vertrauen, dass es mehr gibt als das, was wir sehen und verstehen können.

 

 3. Meditation & Yoga

Zwei für mich ganz besonders wichtige „Verbündete“ auf dem Weg aus der Angst sind Meditation und Yoga. Beide stärken meinen Körper und meinen Geist und sind, neben einem entspannten Frühstück, Teil meiner Morgenroutine geworden.

 

4. Ernährung und Gesundheit

Wie heißt es doch so schön „Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper“. Ich hatte beides nicht mehr. In den letzten Jahren machte ich weder Sport noch hatte ich dafür gesorgt, dass mein Körper seine Auszeiten bekommt. Meine Ernährung hatte nicht mehr viel damit zu tun den Körper zu „nähren“. All das machte sich in meiner Gesundheit und auch auf den Hüften bemerkbar. Mittlerweile sind Bewegung und eine gesunde und ausgewogene Ernährung wieder feste Bestandteile in meinem Leben. Und so langsam fängt mein Körper an, es mir zu danken.

 

5. Mein Umfeld

Ich umgebe mich ganz bewusst mit positiven Menschen und positiven Dingen. NEGATIVES findet bei mir keinen Platz mehr. Ich entscheide selber, was mir gut tut und was nicht. Menschen, die nur jammern und darüber reden, wie schlecht doch alles ist, werden von mir liebevoll darauf aufmerksam gemacht, dass ich dafür der falsche Ansprechpartner bin. Das erfordert etwas Mut und Übung aber es lohnt sich definitiv!

 

 6. Jeden Tag feiern

Früher haben sich mein Mann und ich schon montags auf das Wochenende gefreut. Heute machen wir aus jedem Tag ein kleines „Wochenende“. Wir füllen unsere Zeit mit WUNDERvollen Momenten, die uns wirklich glücklich machen.

Durch meine Krankheit wurde mir bewusst, wie wichtig es ist auf seine innere Stimme zu hören und seine Träume zu leben.

Heute hetze ich weder durch meinen Job noch durch mein Leben, denn in der Hektik und Eile verliere ich sonst den Blick für das Wesentliche. Und so weit darf es nie wieder kommen.

P e t r a

___________________________________________________________________

Hallo, ich bin Petra, glücklich verheiratet und Mutter eines 18-jährigen Sohnes. Ich bin positiv, kreativ, spirituell und ein HIPPY im Herzen. Ich arbeite halbtags in einer Schülerverwaltung und stecke hinter dem Blog
http://www.mitdemsurfbrettdurchdiestadt.de auf dem ich über meine persönlichen Erfahrungen mit Angst, Panik, Burnout und Depression schreibe. Hier möchte Mut machen, motivieren und meine Leser/innen mit auf meine WUNDERvolle und spirituelle Reise raus aus der Angst hinein in ein WUNDERvolles Leben nehmen.

 

Uuuuund, wie findest du Petras Beitrag?
Gibt es in deinem Leben auch einen "Weckruf", den du mal genauer betrachten darfst?
Gibt es in deinem Leben etwas, dass dir unangenehm ist, aber in Wirklichkeit ein Geschenk für dich bereit hält? Gibt es vielleicht (d)eine Chance in der Krise?
Oder hast du vielleicht selbst schon mal aus einer tiefen Krisen einen Diamanten hervor geholt?

Schreib uns doch gerne in die Kommentare und lass uns ins Gespräch kommen.

Deine Sabine mit Petra.

7 Gedanken zu “Warum ich heute dankbar für meine Krankheit bin – Gastbeitrag von Petra Hörnes

  1. Oh ja, diesen Weckruf gab es, liebe Sabine und liebe Petra,

    da ich aber eine wahnsinnige Energie habe und nicht so leicht klein zu bekommen bin, dauerte es etwas. Und ich habe noch ein Päckchen und noch ein Päckchen aufgebürdet bekommen. Schließlich waren es ein paar dicke Pakete.

    Immer noch nicht genug, also mehr angestrengt..... bis ich einfach nicht mehr konnte und dann auch die Notbremse gezogen habe.
    War nicht leicht, aber heute geht es mir wesentlich besser.

    Und ich achte mehr auf mich und vor allen Dingen auch auf meine Grenzen.

    Herzliche Grüße
    Barbara

    Antwort
    1. Hallo liebe Barbara,

      ja, gerade sehr energievolle und motivierte Menschen gehen "gerne" über die Grenzen hinaus und ignorieren das ein oder andere leise Zeichen.
      Wenn der Alltag recht voll, laut und aktiv ist, gehen leise Zeichen leider unter.

      Um dem vorzubeugen, ist es hilfreich, jeden Tag ein paar Minuten in die Stille zu gehen, um in den Körper hinein zu horchen.

      Ich sende dir liebe Herzensgrüße zu ♥

      Sabine

      Antwort
    2. Liebe Barbara,

      wie schön, dass du noch im richtigen Moment die "Notbremse" ziehen konntest und es dir heute wieder besser geht. Ich kann Sabine da nur zustimmen. In der heutigen Zeit, wo wir alle so beschäfigt sind, unsere to-do-Listen immer länger werden, alles um uns herum lauter und hektischer wird, fällt es uns oft schwer nach INNEN zu blicken und zu hören. Aber genau das ist meiner Meinung nach so unglaublich wichtig.

      Ich habe mir diese Momente ganz bewusst in meine Morgenroutine eingebaut. Mein Wecker klingelt mittlerweile eine Stunde früher. Das ist meine Zeit ♥ die mir so wertvoll geworden ist. Nach "Frische-Luft-Tanken" und einigen leichten Yoga-Übungen mache ich oft eine geführte Meditation. Anschließend bleibe ich noch 5 Minuten ruhig sitzen und lass mein Herz und meine Seele sprechen.

      Ich sende dir viele liebe Grüße ♥
      Petra

      Antwort
    1. Liebe Angie,

      oh wie schön ♥ Ich freue mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt.
      Ganz liebe Grüße und hab´noch einen WUNDERvollen Tag.

      Petra

      Antwort
  2. Liebe Petra,

    ich weiß genau wovon du sprichst, denn ich hatte selbst Herzrhythmusstörungen und war im Krankehaus. Genau die von dir genannten Punkte spielten dabei ein Rolle bzw. haben sich verstärkt bei mir und ich bin als völlig neuer Mensch aus dem Krankenhaus gekommen. Und die Veränderungen dauern noch an. Ich habe meinen Job gekündigt, komme mit der Arbeitswelt nicht mehr klar, bin jetzt selbstständig, sehe viele Dinge anders und und und...

    Insofern bin ich sehr dankbar für meine Krankheit und das was sie mir gezeigt hat.

    HERZliche Grüße,
    Gerd

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.