Was denn jetzt? Negative Gefühle wegmachen oder ausleben????

Bildquelle: Canva.com

Hast du dir diese Frage auch schon mal gestellt?

Manchmal hört man ja, dass man negative Gefühle "einfach wegmachen" kann (z.B. mit ThetaHealing) und manchmal liest man anderswo, dass negative Gefühle gelebt werden wollen.

Ja was denn jetzt?

Was ist richtig, was ist falsch? Wie sollte man WIRKLICH mit negativen Gefühlen umgehen?

 

Patentrezept

Es wundert dich sicherlich nicht, dass es dazu kein Patentrezept gibt.

Es gibt einfach verschiedene Möglichkeiten, mit negativen Gefühlen umzugehen, und zwar so, dass das Leben leichter wird.

 

Etwas Grundsätzliches

Negative Gefühle und Gedanken sind etwas völlig Natürliches.

Jeder Menschen hat negative Gefühle und sorgenvolle Gedanken; ob berechtigt oder "unberechtigt".

Du bist nicht weniger "erleuchtet", reif, liebenswert oder klug, wenn du immer wieder von negativen Gefühlen eingenommen wirst.

Und es sollte auch nicht dein Ziel sein, alles Negative loswerden zu wollen.

Die Krux an der Geschichte ist nämlich:

Je weniger schlechte Gefühle du hast, 
desto weniger gute Gefühle hast du.

Menschen, die versuchen, negative Gefühle

  • zu ignorieren
  • zu überspielen
  • wegzuschieben
  • auslöschen
  • und weghaben zu wollen

erleben häufig auch keine besonders guten Gefühle mehr.

Richtige tiefe Gefühle wie Freude, Abenteuerlust, Lust, Frohsinn, Unbeschwertheit,  Liebe.... all diese Gefühle werden abgeschnitten und gemindert, wenn negative Gefühle wie Wut, Trauer, Einsamkeit etc. ständig ignoriert werden.

Das geht so weit, bis du an einem Punkt angekommen bist, wo du dich immer irgendwie ok fühlst, aber eben nicht auch  mal so richtig happy, leicht und glücklich. Deine Stimmung ist irgendwie neutral, nie so richtig schlecht, nie so richtig gut. Das macht dich nicht glücklich.

Ich möchte dir verdeutlichen, dass du dich selbst daran hinderst, wirklich tolle, geniale, hohe Gefühle zu spüren, wenn du  stets versuchst dich von negativen Gefühlen zu befreien; ja, sie dir regelrecht verbietest. (Mal davon abgesehen, dass das eh nicht klappt und du immer irgendwie in einem Kampfmodus befindest.)

Es ist vielmehr so, dass du deine Vollkommenheit annehmen und leben darfst. Und Vollkommenheit schließt eben alles mit ein. Auch die negativen Gefühle. Auch alle Facetten deines SEINS. All deine Eigenschaften; deine dunklen und hellen Flecken.

Nimm dir zunächst den Druck raus und erlaube dir ganz du zu sein,

  • mit deinen unterschiedlichsten und farbenfrohsten Facetten,
  • mit deine hellen und dunklen Gedanken,
  • mit deiner Wut, mit deiner Trauer, mit deinem Groll,
  • mit deiner Freude, mit deiner Begeisterung, mit deiner Liebe.

Wir sind mit all diesen Gefühlen ausgestattet worden, um sie zu fühlen und um eben diese Erfahrung zu machen.

 

Mit negativen Gefühlen bewusst umgehen

Das alles bedeutet nicht, dass du dich von deinen negativen Gefühlen ständig überfluten lassen musst. Du musst es nicht akzeptieren, dass negative Gefühle dich immer mehr vereinnahmen und über dein Leben bestimmen.

Die Frage lautet:

Wie gehe ich mit meinen negativen Gefühlen um?

Da gibt es eben mehrere Möglichkeiten und Herangehensweisen; je nachdem, was das überhaupt für negative Gefühle sind und welche Bedeutung sie haben.

  • Es gibt z.B. Gefühle, die gar nicht unsere sind. Diese Gefühle haben wir von anderen übernommen und in unser Leben integriert.
  • Es gibt Gefühle, die von außen gemacht werden, z.B. ein schlechtes Gewissen, basierend auf Erfahrungen, die wir gemacht haben (oder Dingen, die uns eingeredet werden).
  • Oder es sind Gefühle, dem ein geringes Selbstwertgefühl zugrunde liegt.
  • Vielleicht haben wir Gefühle der Angst, die berechtigt sind (z.B. nach einer Gewalterfahrung). Oder wir haben Angst, die gar keine richtige Basis hat; wo uns einfach nur eine neue Erfahrung fehlt (z.B. wenn wir Angst haben vor unserem 1. Vortrag. Diese Angst wird weniger, wenn wir uns trauen.)
Fakt ist: Gefühle sind vielschichtig. 
Und sie sagen uns nicht immer die Wahrheit. 

Wie oft fühlen wir uns ungeliebt, nicht klug genug, nicht attraktiv genug, nicht gut genug.....

Meistens ist das ja tatsächlich nur unser Gefühl und hat mit der Realität nicht viel zu tun.

Unser Gefühl trügt uns also auch so manches Mal. Und manchmal ist es gold wert.

 

Wie also mit negativen Gefühlen umgehen?

1. Möglichkeit: Dich in das negative Gefühl hineinbegeben und einen Raum kreieren

Weißt du, schlechte Gefühle sind manchmal auch ein guter Ratgeber.

  • Du hast ein komisches Gefühl im Bauch?
  • Du fühlst immer mal wieder Einsamkeit?
  • Du spürst hier und da ein Gefühl der Traurigkeit aufflackern?

Schiebe diese Gefühle nicht weg.

Wenn sich gewisse Gefühle immer wieder aufdrängen, hat das einen Grund. Und manchmal sogar einen sehr Guten.

  • Vielleicht wollen sie dich warnen.
  • Vielleicht wollen sie dich schützen.
  • Vielleicht wollen sie dir "einen Wink mit dem Zaunpfahl geben".

Negative Gefühle können ein wertvoller Wegweiser sein und dich dazu auffordern, vielleicht zu gewissen Dingen mal genauer hinzuschauen oder auch um dich dazu zu bewegen, Veränderung herbeizuführen.

  • Warum kommt dieses Gefühl der Traurigkeit immer wieder hoch?
  • Wann spürst du es besonders stark?
  • Welche Auslöser gibt es dafür?
  • Was will dir die Traurigkeit sagen?
  • Wie schaut sie aus?
  • Welche Farbe hat sie?
  • Und welche Form?
  • Was würde sie dir sagen, wenn sie könnte.
  • Und welche Botschaft liegt ihr auf dem Herzen?

Dieser Art, mit negativen Gefühlen umzugehen, nenne ich "einen Raum kreieren für das negative Gefühl".

Bleiben wir mal beim Bespiel mit der Traurigkeit. Beschäftige dich mit ihr. Gib ihr Raum, anstatt sie immer weg schieben zu wollen. Richte ihr einen Platz ein; einen Platz, den dem sie sich wohl fühlt.

Zeig ihr, dass du sie siehst. Und gehe wertschätzend und liebevoll mit dir um.

Vielleicht hat sie eine wertvolle Botschaft für dich.

Und weißt du was? Manchmal möchten negativen Gefühle auch einfach nur mal gesehen werden; einfach, weil sie ein Teil von dir sind. Und dann sind sie zufrieden und verschwinden wieder.

Dieses "Kreieren eines Raumes für negative Gefühle" lernen auch meine Kundinnen. Und was soll ich sagen? Der Erfolg spricht für sich.

Nach meiner Erfahrung drängen sich immer mehr negativen Gefühle auf, je mehr wir sie weg haben wollen; je weniger Beachtung wir ihnen schenken. Das ist wie mit kleinen Kindern, die Aufmerksamkeit wollen. Sie werden immer quengeliger, dreister, nerviger und hartnäckiger, je mehr wie sie ignorieren. Und schenken wir ihnen eine halbe Stunde unserer Zeit, ganz intensiv und fokussiert, dann sind sie zufrieden und wenden sich anschließend ihrem eigenen Spiel wieder zu.

Probiere das einfach mal aus.

Kreiere deinen Raum für das negative Gefühl, dass immer wieder in die hoch kommt.

Und beschäftige dich liebevoll damit. Versuche, dass negative Gefühl wirklich zu erfassen, zu erfahren, zu erkennen, zu sehen und gibt Raum für Antworten.

 

2. Möglichkeit: Innere Themen erkennen (z.B. mit ThetaHealing)

Nicht alle negativen Gefühle gehören zu uns. In diesem Moment vielleicht schon, weil sie ja halt gerade spürbar sind, jedoch entwickeln sich manche Gefühle aufgrund von entsprechenden Glaubenssätzen, die wir in unser Leben integriert haben.

Und das ist auch ganz einfach erklärt. Du machst gewisse Erfahrungen (meist in der Kindheit), hast dazu ein entsprechendes Gefühl und dein Körper speichert es ab. Und ab da an gibt es diese gewissen Triggerfaktoren, die dieses entsprechende Gefühl in bestimmten Situationen hervorholen. Es wird spürbar, immer und immer wieder.

Das liegt einfach daran, dass an diese damalige Erfahrung nicht nur dieses Gefühl gebunden ist, sondern auch ein Glaubenssatz.

Klassisches Beispiel:

Paul hat in seiner Kindheit immer wieder zu hören bekommen, dass er nicht fleißig genug lernt und seine Noten nicht die besten sind. Sein Vater war sehr schwer zufriedenzustellen.

Paul fühlte sich minderwertig, wenn er eine 2 oder eine 3 nach hause brachte. Sein Vater wollte 1en sehen.

Er lernte:

  • Ich bin minderwertig, wenn Papa nicht zufrieden ist.
  • Ich muss immer 1000% geben und immer über meine Leistungsgrenze gehen.

Dies ist ihm jedoch gar nicht bewusst !!!! Er kennt seine Glaubenssätze möglicherweise gar nicht, die diese negativen Gefühle verursachen.

Heute ist Paul in einer großen Firma angestellt und er leidet darunter, wenn sein Chef "seltsam schaut", "ihn keines Blickes würdigt" oder ihn nicht für seine erbrachten Leistungen überdurchschnittlich lobt.

Er fühlt sich minderwertig, wenn er nicht die beste Arbeit bringt (bzw. wenn der Chef es ihm nicht anerkennen kann). Und Paul arbeitet sich kaputt, macht Überstunden ohne Ende und verausgabt sich völlig. Er hat ja gelernt, über seine Leistungsgrenze zu gehen; sonst ist er nichts wert.

Diese Art der Gefühle sorgen nicht unbedingt dafür, dass Paul ein glückliches Leben führt. Aufgrund seiner Gefühle steht er ständig unter Druck und fühlt sich gestresst und ausgelaugt.

Natürlich könnte er auch hier hin gehen und diesen Gefühlen einen Raum kreieren (wie oben genannt). Aber meist ist es ja so, dass unsere Glaubenssätze auf der unbewussten Ebene ablaufen und Paul alleine gar nicht erkennen kann, wo diese Gefühle überhaupt her kommen.

Da könnte man z.B. mit Thetahealing wunderbar arbeiten.

Würde Paul zu mir kommen und mir von seiner Situation erzählen, würde ich ThetaHealing anwenden und herausfinden wollen, welche tiefen, unbewussten Glaubenssätze ihn dazu antreiben.

Welche Glaubenssätze wurden im auferlegt, sodass er diese Gefühle immer wieder spürt?

Und, wo sitzen sie im Körper? Ich persönlich schaue innerhalb einer ThetaHealing-Sitzung immer, wo diese tiefen, negativen Gefühle/Glaubenssätze im Körper sitzen. Es ist einfach ein Genuss, wenn sich an diesen Stellen im Laufe der Session das Körpergefühl verändert.

In einer ThetaHealing-Sitzung wird auch eine Art "Raum kreiert", aber eben wieder so ganz anders.

 

Was ist jetzt also richtig?

Manche Gefühle möchten einfach nur in den Arm genommen werden.

Manche Gefühle wünschen sich einfach mal Aufmerksamkeit.

Manche Gefühle wünschen sich, dass sie gefragt werden und das sie ihre Botschaft mitteilen können.

Und manche Gefühle wurden uns auferlegt, aufdiktiert oder anerzogen. Unter diesen Gefühlen liegen negative Glaubenssätze und Denkmuster, die uns blockieren, klein halten und hemmen. Diese Gefühle dürfen hinterfragt und hinterher gelöscht werden (indem die dahinter liegenden Glaubenssätze bearbeitet.)

Du siehst, Gefühle können auch anspruchsvoll sein. 😉

 

Und nicht alle brauchen das Gleiche.

  • Bei manchen Gefühlen lohnt es sich, sie los zu lassen. Du darfst sie gehen lassen und aus deinem Leben kicken.
  • Und manche negative Gefühle sind einfach ein Teil deines Facettenreichtums und wollen auch mal gespürt und gelebt werden.
  • Manche Gefühle wünschen sich einfach einen kleinen Raum, wo sie sein dürfen.
  • Und andere wiederum tragen eine wertvolle Botschaft in sich.

Es gibt kein Patentrezept.

Im Übrigen gibt es auch echte Miesmacher-Gedanken, die man getrost einfach loswerden kann, indem man zu gewissen Tricks greift. Dazu habe ich einen Gastartikel bei der Auszeit geschrieben. 

Deine Erkenntnisse

Welche Erkenntnisse kannst du dir aus diesem Artikel mitnehmen?

Ist dir "die Sache" mit den Gefühlen etwas klarer geworden; auch wenn ich vielleicht kein Patentrezept mitliefern konnte? Oder herrscht immer noch Chaos in deinem Kopf?

Bei Unklarheiten, wie DEIN Weg aussehen könnte, kannst du gerne ein kostenfreies Kennenlerngespräch mit mir buchen.  Dieses Gespräch kann dir schon viel Klarheit bringen, was für dich passend wäre.

Und jetzt freue ich mich auf deinen Kommentar. <3

Deine Sabine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.